Vertrauenswürdige Informationsbeschaffung – Eine Schlüsselkompetenz bewusster Lebensgestaltung
- Steffen

- 8. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Bestimmt fragt Ihr euch, was zur holistischen Denkweise hat denn bitte vertrauenswürdige Informationsbeschaffung mit einem Institut für Bewusstseinsentwicklung zu tun?
Unsere Antwort auf diese Frage: „Alles.“
Informationen beeinflussen unsere Art zu denken.
Wie wir denken beeinflusst, mit welchen Emotionen wir auf Situationen reagieren.
Emotionale Prozesse aktivieren neuronale Netzwerke und hormonelle Stress- bzw. Regulationssysteme (z.B. Cortisol, Dopamin, Oxytocin etc.).
Hormone gelangen in den Blutkreislauf und bereiten den Körper auf die antizipierte Situation vor.
Das Blut ist die Umgebung der Körperzellen.
Das biochemische Milieu (z.B. Hormone, Entzündungsmarker, Neurotransmitter) beeinflusst Zellfunktion, Zellgesundheit und Genexpression (Epigenetik).
Der physische Körper ist eine Ansammlung an Zellen (ca. 37 Billionen Zellen).
Deine Achtsamkeit bei der Wahl der Informationen und den dahinter stehenden Informationsquellen beeinflusst maßgeblich, welche Realität du wahrnimmst und zu wem du wirst.

Der unsichtbare Einfluss von Informationen
Der moderne Mensch bewegt sich in einer Informationslandschaft von bislang ungekanntem Ausmaß. Nachrichten, soziale Medien, Podcasts, wissenschaftliche Publikationen, Werbung und persönliche Kommunikationskanäle überfluten täglich unsere Wahrnehmung. Während diese Entwicklung enorme Chancen für Bildung und Vernetzung eröffnet, bringt sie gleichzeitig eine neue Herausforderung mit sich: die Fähigkeit, Informationen bewusst zu filtern und deren Wirkung auf die eigene mentale und emotionale Verfassung zu verstehen.
Das menschliche Gehirn verarbeitet kontinuierlich sensorische und kognitive Reize. Ein erheblicher Anteil dieser Verarbeitung geschieht unterhalb der bewussten Wahrnehmungsschwelle. Informationen, die wir konsumieren, formen dabei unsere inneren Bewertungsmechanismen, unsere Erwartungshaltungen sowie unsere Wahrnehmungsfilter. Besonders emotional aufgeladene Inhalte besitzen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, langfristig gespeichert zu werden, da das limbische System evolutionär darauf ausgelegt ist, potenzielle Gefahren und Chancen priorisiert zu verarbeiten.
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zudem, dass das Gehirn nur eingeschränkt zwischen real erlebten Situationen und intensiv mental vorgestellten Szenarien unterscheidet. Dauerhafter Konsum angstbesetzter oder konfliktorientierter Inhalte kann daher chronische Stressreaktionen begünstigen. Langfristig können solche Prozesse Auswirkungen auf das hormonelle Gleichgewicht, das Immunsystem sowie kognitive Entscheidungsprozesse haben.
Informationen prägen darüber hinaus unsere Glaubenssysteme. Sie beeinflussen, welche Möglichkeiten wir für realistisch halten, wie wir uns selbst definieren und welche Handlungsoptionen wir wahrnehmen. Somit bestimmt die Qualität unserer Informationsquellen in erheblichem Maße die Qualität unserer Lebensrealität.
Informationshygiene – Ein Bewertungsprotokoll
So wie eine ausgewogene Ernährung die körperliche Gesundheit unterstützt, trägt ein bewusster Umgang mit Informationen zur mentalen Stabilität und geistigen Klarheit bei. Informationshygiene beschreibt die Kompetenz, Inhalte kritisch zu prüfen und deren potenzielle Wirkung auf das eigene Bewusstsein zu reflektieren.
Ein strukturiertes Bewertungsprotokoll kann dabei als Orientierung dienen:
1. Quellenkompetenz
Wer vermittelt die Information? Welche fachlichen Qualifikationen oder Erfahrungswerte liegen vor? Transparenz hinsichtlich Ausbildung, Forschungshintergrund oder praktischer Expertise kann ein erster Indikator für Glaubwürdigkeit sein.
2. Intention und Motivation
Welche Ziele könnten hinter der Veröffentlichung stehen? Informationen können aufklären, überzeugen, emotionalisieren oder wirtschaftliche Interessen verfolgen. Ein reflektierter Umgang beinhaltet die Analyse möglicher Beweggründe.
3. Emotionale Resonanz
Welche emotionalen Reaktionen löst die Information aus? Inhalte, die primär Angst, Empörung oder Druck erzeugen, können kognitive Verzerrungen verstärken und differenziertes Denken erschweren.
4. Überprüfbarkeit und Faktenbasis
Sind Aussagen nachvollziehbar belegt? Werden Quellen genannt oder Gegenpositionen berücksichtigt? Wissenschaftliche Erkenntnis zeichnet sich durch Offenheit für Überprüfung und Weiterentwicklung aus.
5. Persönliche Relevanz und Nachhaltigkeit
Trägt die Information zur persönlichen Entwicklung, Entscheidungsfähigkeit oder zum Wohlbefinden bei? Oder bindet sie lediglich Aufmerksamkeit ohne nachhaltigen Nutzen?
Informationshygiene bedeutet nicht Abschottung, sondern bewusste Selektion und reflektierte Integration von Wissen.
Informationen als Werkzeug oder Waffe
Informationen besitzen eine ambivalente Natur. Sie können Bildung fördern, gesellschaftliche Entwicklung unterstützen und individuelle Transformation ermöglichen. Gleichzeitig können sie als Instrument gezielter Beeinflussung genutzt werden.
Historisch betrachtet wurden Informationen immer wieder strategisch eingesetzt, um gesellschaftliche Meinungen zu formen. Propaganda, ideologische Narrative oder manipulative Kommunikationsstrategien verdeutlichen die Macht kontrollierter Informationsverbreitung. Moderne Marketing- und Medienstrategien greifen verstärkt auf psychologische Mechanismen zurück, um Aufmerksamkeit zu lenken und Verhaltensentscheidungen zu beeinflussen.
Digitale Algorithmen verstärken diese Dynamik. Inhalte, die starke emotionale Reaktionen hervorrufen, erzielen häufig höhere Reichweiten. Dies führt dazu, dass polarisierende oder alarmierende Inhalte überproportional sichtbar werden, während differenzierte Perspektiven weniger Aufmerksamkeit erhalten.
Bewusstseinsentwicklung beinhaltet daher auch die Fähigkeit, Informationen nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich ihrer Wirkungsabsicht zu analysieren.
Programmierung durch Informationen – Perspektiven aus „Psychologie der Massen“
Der französische Sozialpsychologe Gustave Le Bon beschrieb bereits im späten 19. Jahrhundert in seinem Werk „Psychologie der Massen“, wie Individuen innerhalb kollektiver Dynamiken dazu neigen, kritische Reflexionsfähigkeit zu reduzieren und emotional geprägten Impulsen stärker zu folgen.
Le Bon argumentierte, dass sich in Gruppen Denkprozesse vereinfachen und Suggestionen leichter angenommen werden. Wiederholte Botschaften entfalten dabei eine besondere Wirkung. Durch permanente Wiederholung und emotionale Aufladung können Ideen tief im kollektiven Bewusstsein verankert werden, unabhängig von ihrer faktischen Grundlage.
Diese Mechanismen zeigen sich heute in verstärkter Form innerhalb digitaler Kommunikationsräume. Soziale Medien ermöglichen die rasante Verbreitung von Narrativen, die durch soziale Bestätigung und Wiederholung zunehmend als selbstverständlich wahrgenommen werden. Dadurch entstehen kollektive Überzeugungssysteme, die individuelle Denkprozesse subtil beeinflussen können.
Sprache fungiert dabei als zentrales Instrument. Begriffe und Narrative strukturieren Wahrnehmung und Interpretation von Realität. Wiederholte Informationsmuster wirken wie mentale Programme, die unser Selbstbild, unsere Wertvorstellungen und unser Verhalten prägen.
Bewusstseinsentwicklung erfordert daher die Fähigkeit, diese Programme zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls bewusst zu transformieren.
Informationen sind selten neutral oder kostenlos
In der heutigen Informationsökonomie stellt Aufmerksamkeit eine der wertvollsten Ressourcen dar. Viele Inhalte erscheinen kostenfrei, werden jedoch durch komplexe wirtschaftliche Modelle finanziert, die auf Datennutzung, Werbeeinblendungen oder Nutzerbindung basieren.
Digitale Plattformen profitieren davon, Inhalte bereitzustellen, die Nutzer möglichst lange beschäftigen. Emotional stimulierende Inhalte erhöhen Verweildauer und Interaktionsraten, wodurch wirtschaftliche Interessen oft mit psychologischer Aktivierung verknüpft werden.
Darüber hinaus dienen Informationen häufig ideologischen oder sozialen Zielsetzungen. Menschen teilen Inhalte, um Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen zu stärken, Überzeugungen zu bestätigen oder Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse zu nehmen.
Die Erkenntnis, dass Informationen selten vollständig neutral entstehen, ermöglicht einen reiferen und selbstbestimmteren Umgang mit Medien und Wissen.
Auch die Informationen welche du hier findest sind nicht kostenlos. Das Lesen des Textes kostet Zeit, wir bieten Seminare zur Bewusstseinentwicklung an und versuchen durch Informieren dein Interesse und letztlich deine Motivation zum Kauf eines Seminares zu erhöhen. Die Frage welche du dir stellen solltest: Ist Bewusstseinsentwicklung etwas was für mein Leben dienlich ist?
Und wenn ja, buche ein Seminar 😁, abonniere, like und teile unsere Inhalte 😎
Bewusste Informationswahl als Fundament innerer Freiheit
Die Qualität der Informationen, die wir konsumieren, beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung, unsere emotionale Stabilität und unsere Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen. In einer Welt permanenter Reizüberflutung wird die Kompetenz zur bewussten Informationsauswahl zu einer zentralen Fähigkeit persönlicher Entwicklung.
Bewusster Informationskonsum bedeutet nicht Rückzug aus gesellschaftlichen Prozessen. Vielmehr geht es darum, Verantwortung für die Inhalte zu übernehmen, die wir in unser mentales und emotionales System integrieren. Qualität darf dabei wichtiger werden als Quantität, Reflexion wichtiger als Reaktion und Stille ein notwendiger Gegenpol zur kontinuierlichen Informationsflut.
Letztlich formen nicht nur unsere Erfahrungen unser Bewusstsein, sondern auch die Informationen, denen wir erlauben, Teil unserer inneren Realität zu werden.
Reflexionsfragen
Welche Informationsquellen beeinflussen aktuell meine Stimmung am stärksten?
Konsumiere ich bestimmte Inhalte aus Gewohnheit oder aus echtem Erkenntnisinteresse?
Welche Informationen stärken mein Gefühl von Selbstwirksamkeit?
Welche Inhalte erzeugen vorwiegend Angst oder Verunsicherung?
Welche Informationsquellen tragen nachhaltig zu meiner Entwicklung bei?
Praktische Übung:
Die Informations-Diät (7-Tage-Experiment)
Das Ziel:
Bewusstwerdung persönlicher Informationsmuster und deren Wirkung auf mentale und emotionale Zustände.
Durchführung:
Tag 1 – Bestandsaufnahme
Notiere alle Informationsquellen, die du täglich konsumierst (Nachrichten, Social Media, Podcasts, Gespräche etc.).
Tag 2–3 – Beobachtung
Achte bewusst darauf, welche Emotionen und Gedanken nach dem Konsum bestimmter Inhalte entstehen.
Tag 4–5 – Reduktion
Eliminiere bewusst Informationsquellen, die überwiegend Stress, Druck oder negative Emotionen erzeugen.
Tag 6 – Qualitätserhöhung
Ersetze eliminierte Inhalte durch hochwertige Wissensquellen, Literatur oder inspirierende Inhalte.
Tag 7 – Reflexion
Reflektiere schriftlich:
Wie hat sich deine Stimmung verändert?
Hat sich deine Konzentrationsfähigkeit verändert?
Welche Inhalte möchtest du langfristig integrieren oder vermeiden?
Quellen
Le Bon, Gustave (1895). Psychologie der Massen.
Sapolsky, Robert (2004). Why Zebras Don’t Get Ulcers.
McEwen, Bruce S. (2017). Neurobiological and Systemic Effects of Chronic Stress.
Lipton, Bruce (2005). The Biology of Belief (Epigenetik und Umweltfaktoren).
Kahneman, Daniel (2011). Thinking, Fast and Slow.
American Psychological Association – Stress and Physiological Regulation Research.
Harvard Medical School – Stress Response and Hormonal Regulation.




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