Warum Stille heute radikal ist
- Michael
- 15. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Stille ist selten geworden.
Nicht, weil es sie nicht mehr gibt. Sondern weil wir sie kaum noch zulassen. Jeder Moment wird gefüllt: mit Musik, Podcasts, Nachrichten, Gesprächen, Scrollen. Selbst kurze Wartezeiten fühlen sich unangenehm an. Als müsste sofort etwas passieren.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Stille heute radikal ist.
Unser Gehirn im Dauerreiz
Neurowissenschaftlich betrachtet ist unser Gehirn nicht für permanente Reizüberflutung gemacht. Jede Benachrichtigung, jedes neue Bild aktiviert das körpereigene Belohnungssystem im Gehirn. Dabei wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, er signalisiert unserem System: "Das war interessant, davon will ich mehr." So entsteht eine Gewöhnung an schnelle Impulse und permanente Reize. Wir gewöhnen uns an schnelle Impulse. An ständige Stimulation.
Das Problem: Je höher die Reizfrequenz, desto niedriger wird unsere innere Basissensibilität. Normale Momente wirken langweilig. Stille fühlt sich leer an.
Studien zeigen, dass Dauerstimulation mit erhöhter innerer Unruhe, verminderter Konzentrationsfähigkeit und emotionaler Erschöpfung einhergeht.
Warum wir Stille vermeiden
Stille konfrontiert.
Ohne Ablenkung tauchen Gedanken auf, die wir sonst überdecken. Zweifel. Unsicherheiten. Unbequeme Fragen. Unser Nervensystem ist darauf trainiert, Unruhe schnell zu regulieren, oft durch Ablenkung.
Doch genau hier liegt der Wendepunkt.
Stille ist kein Mangel. Sie ist ein Raum.
Stille als mentale Stärke
Im Mentaltraining gilt: Fokus entsteht nicht durch mehr Input, sondern durch Reduktion. Meditation und bewusste Stille sind dabei keine Passivität, sondern aktives Training für Aufmerksamkeit, Selbstregulation und innere Stabilität.
Regelmäßige Phasen bewusster Stille stärken nachweislich die Aktivität im präfrontalen Cortex – dem Bereich, der für Selbstregulation, Entscheidungsfähigkeit und Klarheit zuständig ist.
Achtsamkeitspraxis reduziert die Stressreaktion (Amygdala-Aktivität) und verbessert die Emotionsregulation.
Nicht lauter werden. Sondern klarer.
Eine kleine Praxis
5 Minuten radikale Stille:
Setze dich hin. Kein Handy. Keine Musik.
Atme ruhig durch die Nase ein und aus.
Beobachte nur, was auftaucht.
Bewerte nichts. Verändere nichts.
Du wirst merken: Am Anfang fühlt es sich ungewohnt an. Doch genau dort beginnt Selbstkontakt.
Free Spirit
In unseren Seminaren und Meditationen schaffen wir bewusst solche Räume. Zeiten ohne Dauerbeschallung. Ohne Erwartungsdruck. Ohne Performance.
Nicht, um dich von der Welt zu trennen. Sondern um dich wieder mit dir zu verbinden.
Fazit
Stille ist kein Luxus. Sie ist eine Entscheidung.
In einer Welt, die ständig spricht, wird Schweigen zur Kraft.
Vielleicht ist Stille heute nicht Rückzug. Vielleicht ist sie Widerstand.
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